Aktien & Anleihen

Macht das Coronavirus Aktien nur kurzfristig günstiger?

Zusammenfassung
  • Viele Anleger fragen sich, ob das Coronavirus Aktien nur für kurze Zeit günstiger werden lässt oder ob die Kurse noch deutlich weiter fallen könnten.

An der Börse ist derzeit vor allem die Frage wichtig, ob das Coronavirus Aktien nur für einen kurzen Zeitraum günstiger werden lässt. Einige Wochen lang hatten die Märkte die potenziellen Wirkungen ignoriert und waren von Rekord zu Rekord geeilt. Ende Februar war es damit jedoch vorbei. Innerhalb weniger Tage fielen fast alle großen Indizes weltweit deutlich. Auch der Ölpreis gab stark nach. Nur Anleger, die rechtzeitig Gold gekauft hatten, durften sich freuen. Das Edelmetall gilt in Krisen in der Regel als sicherer Hafen, beim Coronavirus gibt es davon keine Ausnahme.

Vor allem nach den ersten Berichten über relativ viele Erkrankungen in Italien wurden Anleger nervös. Schon zuvor waren die Auswirkungen gerade in China immens. Allerdings schien die Regierung des Landes das Virus in den Griff zu bekommen. Deshalb durfte man lange darauf hoffen, dass die Auswirkungen nur kurzfristig waren. Ende Februar war es aufgrund der Erkrankungen in Italien – und in einigen anderen Ländern – mit dieser Hoffnung jedoch vorbei.

Einbruch oder kurze Schwächephase?

Falls es tatsächlich zu einer weltweiten Pandemie kommt, könnte das Coronavirus Aktien deutlich günstiger machen. Für diesen Fall sagen die meisten Experten nämlich eine globale Rezession vorher. Diese wiederum dürfte sich durch enorme Kursverluste an den Märkten bemerkbar machen.

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Speziell im Dax dürfte sich das bemerkbar machen. Die deutsche Wirtschaft fokussiert sich besonders stark auf den Export. Wirtschaftliche Schäden dürften deshalb noch größer als in vielen anderen Ländern sein. Einbrüche von bis zu 30 Prozent gegenüber den noch im Februar erreichten Höchstständen sind dann durchaus möglich. Die meisten Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Kurse nicht so stark wie während der weltweiten Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 fallen werden. Damals war der Dax sogar um rund 50 Prozent eingebrochen.

Wann die Anleger wieder mit mehr Zuversicht agieren, steht aktuell noch in den Sternen. Sollten die aktuellen Maßnahmen schnell Wirkung zeigen, könnte der Kursrückgang von Ende Februar schnell wieder aufgeholt sein. Falls das Virus hingegen erst nach einigen Monaten unter Kontrolle gebracht wird, ist ein nachhaltiger Einbruch fast schon vorprogrammiert.

Schlechte Aussichten für China

Besonders für die chinesische Wirtschaft könnte das Coronavirus dramatische Folgen haben. In den letzten Jahren war das Wachstum des Landes bereits ein wenig langsamer geworden. Nun aber könnte es einen regelrechten Knick in der Konjunktur geben. Zwar gehen Wirtschaftsforscher noch immer von einem Wachstum aus. Dieses dürfte im ersten Quartal jedoch nur noch bei drei statt der zuvor erwarteten sechs Prozent liegen.

Dieser enorme Rückgang wirkt sich weltweit aus. China hat sich zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt. Jegliche Probleme dort wirken sich deshalb schnell auch in ganz Asien und darüber hinaus aus. Der Ausbruch von Sars vor rund 20 Jahren taugt aktuell kaum als Indikator für die weitere Entwicklung. Damals war China noch längst nicht so gut in die Weltwirtschaft integriert.

Trifft das Coronavirus Aktien weltweit?

Obwohl viele Anleger derzeit besorgt sind, gibt es noch längst keinen kompletten Ausverkauf an den Märkten. Das liegt unter anderem an den relativ zuversichtlichen Aussichten in den kommenden Monaten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zum Beispiel im Februar die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 nur um 0,1 Prozent gesenkt.

Allerdings gehen die IWF-Experten bei ihrem Szenario davon aus, dass die Wirtschaft in China bereits im zweiten Quartal wieder normal laufen wird. Eine wirklich verlässliche Prognose ist jedoch kompliziert. Der weitere Verlauf der Zahl der Erkrankungen lässt sich schließlich kaum vorhersagen. Schlechtere Szenarien sehen daher fast kein Wachstum weltweit im ersten Halbjahr vorher. In vielen Ländern könnte das zudem zu politischen Krisen oder zu Demonstrationen führen. Das wiederum wird sich dann ebenfalls auf die entsprechenden Märkte auswirken.

Fazit

Alles in allem sollten Anleger die Situation in den kommenden Monaten genau im Blick behalten. Wer sich für bestimmte Branchen, Regionen oder Ländern interessiert, muss nicht nur auf wirtschaftliche Indikatoren achten. Auch die Nachrichten rund um das Coronavirus werden noch längere Zeit eine wichtige Rolle spielen. Allerdings kann das durchaus auch für Chancen und relativ günstige Einstiegskurse sorgen.

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