Finanztipps

Dachfonds – das sollten Anleger wissen

Zusammenfassung
  • Mit einem Dachfonds kann man in verschiedene Fonds investieren, ohne selbst eine Auswahl treffen zu müssen. Dabei gibt es jedoch einige Aspekte zu bedenken.

Der Begriff Dachfonds taucht immer wieder auf, wenn es um eine langfristige Form der Geldanlage geht. Vor allem bei der Vorsorge für das Alter zählt diese Variante zu den absoluten Verkaufsschlagern. Dafür ist vor allem die Tatsache verantwortlich, dass sich viele Menschen nicht selbst mit der Geldanlage beschäftigen wollen. Sie finden es zu kompliziert, die Prospekte von verschiedenen Fonds durchzulesen. Deshalb verlassen sie sich lieber auf die Auswahl durch erfahrene Fondsmanager. Woran die meisten Anleger jedoch nicht denken: Diese Auswahl ist in der Regel relativ teuer.

Grundsätzlich ist es einfach, die Struktur von Dachfonds zu verstehen. Bei dieser speziellen Art von Fonds wird das Geld der Anleger in andere Investmentfonds investiert. Dafür werden vor allem Renten- oder Aktienfonds genutzt. Die Zielfonds wiederum legen in einzelne Wertpapiere an. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, gleichzeitig in mehrere Fonds zu investieren, die sich jeweils auf bestimmte Branchen oder Regionen konzentrieren.

Selbst mit geringen Beträgen ist somit eine standardisierte Form der Verwaltung des eigenen Vermögens möglich. Darüber hinaus lässt sich das Risiko verteilen. Der Wert der Anteile schwankt dadurch über die gesamte Laufzeit hinweg nicht so stark wie beim Kauf von bestimmten Fonds.

Dachfonds haben wichtige Nachteile

Auf den ersten Blick klingt das Konzept durchaus schlüssig. Leider haben Dachfonds jedoch einige wichtige Nachteile, die sich langfristig sehr stark auf die Rendite auswirken können. Ein Punkt betrifft die Auswahl der einzelnen Fonds, deren Anteile gekauft werden. Wenn der Dachfonds von einer großen Fondsgesellschaft aufgelegt wurde, finden sich darin meist nur oder zu einem überwiegenden Teil die Anteile von Fonds aus dem eigenen Hause. Das ist zwar durchaus logisch, sorgt jedoch nicht unbedingt dafür, dass tatsächlich die Alternativen mit den besten Chancen auf hohe Rendite Teil der Auswahl sind.

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Ein weiteres Problem ist die Höhe der Gebühren. Bei normalen Aktien- oder Rentenfonds fallen bereits Gebühren für die Verwaltung an. Dazu kommen dann noch einmal die Gebühren für die Verwaltung des Dachfonds selbst. Das Management kümmert sich schließlich aktiv um die Auswahl der Fondsanteile, die zu den Zielen des eigenen Dachfonds passen. Diese Arbeit wird jährlich mit einer Gebühr vergütet, die aus dem Vermögen des Fonds entnommen wird.

Das Geld müssen die Anleger zwar nicht direkt zahlen, stattdessen fließt es einmal pro Jahr aus dem Fondsvermögen ab. Im Endeffekt wirken sich diese Kosten jedoch auf die Rendite aus, die man mit einem solchen Fonds erzielen kann. Kurz gesagt bedeuten hohe Gebühren, dass die Manager des Fonds eine Rendite erzielen müssen, die deutlich über dem Durchschnitt auf dem Markt liegt. In der Praxis gelingt das nur in sehr wenigen Fällen.

Fazit

Es lohnt sich, einen genauen Blick auf die Höhe der Gebühren eines Fonds zu werfen, bevor man sich für den Kauf von Anteilen entscheidet. Bei Dachfonds gilt das ganz besonders, zudem sollte man darauf achten, in welche Fonds das Geld der Anleger investiert wird. Ein Vergleich der Rendite in den vergangenen Jahren mit anderen Alternativen zeigt schnell, ob sich diese Art der Kapitalanlage wirklich lohnt. Vergleiche sind zum Beispiel mit bestimmten Indizes, aber auch mit der durchschnittlichen Rendite von sehr konservativen Bundesanleihen möglich. Private Anleger sollten also vorsichtig sein, wenn ihnen ein Dachfonds als Empfehlung für die Geldanlage vorgeschlagen wird.

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