Fonds & ETFs

ETF-Boom geht weiter – Anleger nutzen immer öfter Sparpläne

Zusammenfassung
  • Günstiger Einstieg, riesige Auswahl und viele weitere Faktoren sprechen dafür, dass der ETF-Boom auch in den kommenden Jahren anhält.

Der Corona-Crash hat nicht dazu geführt, dass der ETF-Boom gebrochen wurde. Das Gegenteil ist sogar der Fall – immer mehr Verbraucher haben in den letzten Monaten ein eigenes Depot eröffnet. Dazu dürften sicher die sogenannten Neo-Broker beitragen, die mit besonders günstigen Konditionen locken. Aber auch Direktbanken, die schon vorher einen großen Marktanteil hatten, locken weiter mit günstigen Konditionen. Einen großen Vergleich von Wertpapierdepots haben wir hier zusammengestellt.

Der Kauf von einzelnen Aktien ist vielen Anlegern jedoch nach wie vor zu risikoreich. Als Alternative bieten sich stattdessen Fonds an. Hier profitieren vor allem börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs. Beobachter des Marktes haben ihre ohnehin schon optimistischen Prognosen in diesem Bereich jetzt noch einmal nach oben korrigiert.

Experten erwarten jahrelangen ETF-Boom

In einer gemeinsamen Analyse gehen der Branchendienst Extra-ETF und die Fondsgesellschaft Blackrock davon aus, dass der ETF-Boom mindestens bis zum Jahr 2025 anhalten wird. Bis dahin soll die Zahl der Sparpläne jedes Jahr im Schnitt um 35 Prozent wachsen. Im Jahr 2025 würde es dann mehr als neun Millionen Sparpläne auf der Basis von ETFs geben. Zum Vergleich: Ende 2020 lag die Zahl nur bei knapp über zwei Millionen.

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Schon vorher waren die Experten von enormen Wachstumsraten in diesem Bereich ausgegangen. Allerdings lagen die Prognosen “nur” bei einem jährlichen Wachstum von 30 Prozent. Im Jahr 2025 gäbe es dann rund sieben Millionen ETF-Sparpläne in Deutschland. “Wir haben unsere bisherigen Erwartungen nach oben angepasst, weil die Nachfrage nach ETF-Sparplänen anzieht und zudem die durchschnittliche Sparplanrate steigt”, erläutert Markus Jordan, Betreiber von Extra-ETF. Die Berechnungen gehen von einem Anstieg der monatlichen Rate von derzeit 150 auf 165 Euro im Schnitt aus.

“Immer mehr Privatanleger werden sich der Vorteile bewusst und nutzen ETF-Sparpläne im Rahmen ihrer Geldanlage und des langfristigen Vermögensaufbaus”, sagt Christian Bimüller, Co-Leiter des Digitalvertriebs in der Region Europa, Naher Osten und Afrika bei Blackrock. Über seinen Ableger iShares bietet das Unternehmen selbst eine große Zahl von ETFs an.

Viele Gründe für steigende Anlagen

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sorgen, dass der ETF-Boom noch weiter anhalten dürfte. Unter anderem sorgen Neo-Broker wie Trade Republic, Smartbroker oder Scalable Capital für einen starken Wettbewerb. Anleger profitieren nicht nur dort von extrem günstigen Preisen, sondern auch bei klassischen Direktbanken. In vielen Fällen lassen sich ETF-Sparpläne dort schon heute ohne Gebühren einrichten.

Darüber hinaus haben Anleger eine riesige Auswahl an ETFs. Obwohl nicht alle ETFs für Sparpläne nutzbar sind, gibt es in der Regel noch immer ein Portfolio von mehreren Dutzend oder sogar mehreren Hundert Alternativen. Mit diesen Fonds können Sparer auf bestimmte Länder oder Regionen setzen, aber auch von der Entwicklung der Unternehmen in verschiedenen Branchen profitieren. Zudem kann man die Auswahl der gewünschten ETFs so vornehmen, dass sie genau zum eigenen Risikoprofil passen.

Manchen Anlegern ist es allerdings noch immer zu komplex, sich über solche Themen Gedanken zu machen. Sie profitieren von einem immer größeren Angebot an Robo-Advisorn. Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Software, die als Anlageberater agiert.

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Der Kunde muss bei einem Robo-Advisor nur einige einfache Fragen beantworten. Auf dieser Basis stellt die Software dann eine perfekt abgestimmte Anlagestrategie auf der Basis von ETFs zusammen. Die Kosten dafür sind sehr gering, über die langfristige Rendite muss man sich also keine Sorgen machen. Zudem sind diese Angebote speziell für Sparer geeignet, die kein Interesse an Finanzthemen haben.

Fazit

Alles in allem dürfte der ETF-Boom auch in den kommenden Jahren anhalten. Dafür sprechen die oben genannten Gründe, aber auch die Tatsache, dass der Einstiegsbetrag für einen Sparplan heute sehr niedrig ist. Bei manchen Anbietern können Sparer bereits ab einem Euro pro Monat einen Sparplan abschließen.

Das trage dazu bei, “Anlegern den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern und die Geldanlage weiter zu demokratisieren”, sagt Markus Jordan. Natürlich könnte ein Kursrückgang an der Börse jederzeit zu weniger Nachfrage nach ETFs führen. Speziell für langfristige Anlagen gibt es zu dieser Art von Fonds allerdings fast keine Alternative.

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