Rund um die Geldanlage

Gold kaufen – sinnvolle Anlage in Krisenzeiten?

Zusammenfassung
  • Wer in Krisenzeiten Gold kaufen möchte, hat mehrere Alternativen zur Auswahl – allerdings sollte man dabei die spezifischen Vor- und Nachteile bedenken.

Die Coronakrise hat wieder einmal gezeigt, dass viele Anleger in unsicheren Zeiten Gold kaufen wollen. Aber auch ohne Krise ist das Edelmetall in Deutschland – und darüber hianus – eine sehr beliebte Form der Geldanlage. Dafür gibt es durchaus gute Gründe. In erster Linie hat die Geschichte gezeigt, dass Gold mit großer Sicherheit einen gewissen Wert behalten wird. Extrembeispiele wie der Wertverfall von Gold im mittelalterlichen Ägypten nach der Pilgerreise von Mansa Musa I. sind extrem selten. Andererseits sollten Anleger bedenken, dass sie mit Gold sehr wahrscheinlich keine schnellen Renditen erzielen können.

Allgemein gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Möglichkeiten, wenn man selbst Gold kaufen möchte. Sowohl beim Kauf von Barren oder Münzen als auch bei Finanzinstrumenten, mit denen man auf den Goldpreis setzt, sollte man bestimmte Vor- und Nachteile bedenken. Hier gibt es eine kurze Übersicht für Anleger, die auf diese Weise ihr Geld anlegen möchten.

Einflüsse auf den Goldpreis

Genau wie anderen Edelmetallen ist der Preis von Gold nicht allein von der Nachfrage unter Investoren abhängig. Konjunkturelle Entwicklungen haben ebenfalls einen großen Einfluss. Schließlich werden Edelmetalle für ganz verschiedene Zwecke in der Industrie benötigt.

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Kurz gesagt bedeutet das: Wenn die Weltwirtschaft expandiert, steigt die Nachfrage nach Gold, Silber und Platin. Zugleich bedeuten steigende Preise jedoch auch eine höhere Produktion in vielen Ländern. Betreiber von Goldminen wollen schließlich von hohen Preisen profitieren.

Insgesamt ist es jedoch schwierig, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Die Produktion lässt sich nicht innerhalb von wenigen Tagen steigern. Umgekehrt sorgen fallende Preise nicht sofort dafür, dass weniger Gold neu auf den Markt kommt. Alles in allem kann das für deutliche Schwankungen des Kurses sorgen.

Edelmetall als Absicherung

Gold kann also über längere Zeiträume relativ stark im Wert schwanken. Während ein kompletter Wertverlust sehr unwahrscheinlich ist, bestimmen Angebot und Nachfrage auch hier den aktuellen Kurs. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten nimmt jedoch die Nachfrage oft schnell zu, sodass der Preis von Gold steigt. Die zusätzliche Nachfrage durch private und institutionelle Anleger lässt sich schließlich auf der Seite der Produzenten nicht leicht planen.

In der Regel sollte man bei einer langfristigen Anlage jedoch nicht von einer Rendite ausgehen. Stattdessen kann man Gold kaufen, um das eigene Wertpapierdepot vor Schwankungen zu schützen. Ein Anteil von fünf bis zehn Prozent hat in der Vergangenheit über längere Zeiträume zwar für eine etwas niedrigere Rendite gesorgt. Dafür fielen jedoch auch die durchschnittlichen Schwankungen nicht so hoch wie bei einem reinen Aktien-Portfolio aus.

In welcher Form kann man Gold kaufen?

Barren oder Münzen, das ist hier die Frage. Beide Varianten gibt es in verschiedenen Gewichtsstufen, die man bei verschiedenen Händlern erwerben kann. Allgemein gilt dabei, dass diese von der Londoner Rohstoffbörse LBMA zertifiziert sein sollten.

In der Regel sind Barren bei gleichem Gewicht ein wenig günstiger als Münzen, da die Herstellung weniger aufwändig ist. Allerdings liegt bei Münzen auch der Verkaufspreis etwas höher, sodass sich dieser Nachteil meist wieder ausgleicht.

Wer es sich leisten kann, sollte in möglichst schwere Barren oder Münzen investieren. Hier fällt der Preisaufschlag des Händlers nämlich ein wenig kleiner aus. Zehn Barren mit einem Gewicht von jeweils 100 Gramm kosten deshalb mehr als ein Barren mit einem Gewicht von einem Kilo.

Allerdings sollte man auch an einen möglichen Verkauf denken. Wer nur einen Teil seines Goldvorrats verkaufen will, ist dazu mit kleineren Barren oder Münzen in der Lage. Andernfalls muss man einen großen Barren verkaufen und einige kleinere nachkaufen. Das treibt jedoch die Transaktionskosten wieder in die Höhe.

„Papiergold“ als Alternative

Wer lediglich von steigenden Preisen profitieren will, kann auch in spezielle Finanzinstrumente investieren. Mit Hilfe von Zertifikaten oder Exchange Traded Commodities (ETCs) kann man zwar kein physisches Gold kaufen, aber trotzdem auf die Entwicklung des Goldkurses setzen.

Als Kapitalanlage sind solche Varianten in vielen Fällen attraktiv. Allerdings gibt es hier in der Regel ein Ausfallrisiko. Somit widersprechen diese Formen dem Grundprinzip einer Anlage in Gold. Mit solch einem Kauf wollen Sparer schließlich bewusst ein physisches Produkt erwerben, dessen Wert selbst bei großen Krisen oder einer hohen Inflation stabil bleibt.

Vorsicht bei Schmuck und Sammlermünzen

Gold wird natürlich auch zu Schmuck oder zu Münzen mit einer begrenzten Auflage verarbeitet. Hier sollte man jedoch gut aufpassen. Der Wert von solchen Münzen hängt nämlich nicht nur vom Gewicht ab, sondern auch von der Nachfrage bei Sammlern. Bei Schmuck zahlt man neben dem Material auch für die Arbeit des Goldschmieds. Ob ein anderer Käufer den gleichen Betrag oder sogar mehr bezahlen würde, ist aber schwer zu sagen.

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