Rund um Immobilien

Immobilienanleihen sind nicht für jeden Anleger geeignet

Zusammenfassung
  • In Zeiten von niedrigen Zinsen locken Immobilienanleihen oft mit relativ hohen Renditen – der Teufel steckt dabei allerdings im Detail.

Auf den ersten Blick sehen Immobilienanleihen sehr verlockend aus. Begriffe wie Immobilie und Anleihe suggerieren Sicherheit, zudem locken trotz der aktuell niedrigen Zinsen zum Teil sehr gute Renditen. Zum Teil versprechen Immobilienanleihen Zinssätze von mehr als fünf Prozent. Welcher Anleger wird da nicht hellhörig? Allerdings sollte man die Vor- und Nachteile dieser Form der Kapitalanlage kennen, bevor man Geld investiert.

In erster Linie sollte man auf die Unterschiede zu anderen Varianten achten, mit denen selbst Kleinanleger in Immobilien investieren können. Dazu gehören vor allem offene Immobilienfonds oder die sogenannten REITs (Real Estate Investment Trusts), aber auch Pfandbriefe oder andere Instrumente. Im Gegensatz dazu sind die sogenannten Immobilienanleihen jedoch nicht unbedingt klar definiert.

Was genau sind Immobilienanleihen?

Grundsätzlich ist dieser Begriff nicht rechtlich geschützt. In der Praxis bedeutet das, dass jede von einem. Unternehmen ausgegebene Anleihe, die einen Bezug zu Immobilien hat, so bezeichnet werden kann. Deshalb sollte man genau darauf achten, wie man sein Geld wirklich investiert, bevor man sich dafür entscheidet.

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Im Normalfall basiert eine solche Anleihe auf einem Portfolio aus unterschiedlichen Immobilien, die der Emittent finanzieren will. Auf diese Weise können Unternehmen, die die Anleihen ausgeben, das auf diese Weise eingesammelte Kapital in ihre Projekte stecken, die wiederum für Wachstum und Gewinn sorgen sollen. Allgemein spielt es dabei keine Rolle, ob es um die Renovierung von Bestandsimmobilien oder um Neubauprojekte handelt.

Risiken und mögliche Sicherheiten

Da man auf den ersten Blick vermuten könnte, dass es eine Immobilie gibt, die als Sicherheit dient, gehen Investoren in der Regel von einem hohen Maß an Sicherheit aus. Die steigenden Preise für Immobilien in den vergangenen Jahren haben diese Sichtweise noch einmal unterstrichen. Schon zuvor galten Immobilien aller Art jedoch als ebenso beständige wie sichere Form der Geldanlage.

Wer in eine Anleihe investiert, ist jedoch nicht direkt Eigentümer der entsprechenden Immobilien. Eine direkte Beteiligung kann es geben, wenn diese vertraglich festgelegt wird. Sie ist aber kein Muss, deshalb spielt das Risiko des Emittenten eine wichtige Rolle. Kurz gesagt gilt: Muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, kann es sein, dass die Anleihe nur in Teilen oder gar nicht zurückgezahlt wird.

Es ist jedoch durchaus möglich, dass Immobilienanleihen erstrangig besichert werden. Selbst hier sind jedoch verschiedene Gestaltungsformen möglich, die beispielsweise vom Verkehrswert der Immobilie abhängig sein können. Eine andere Alternative ist die Mietzession. Dabei erhalten Anleger bei einem Zahlungsausfall direkten Zugriff auf die Mieten, die als laufende Einnahmen des Emittenten gelten.

Alles in allem kommt es bei einer Anleihe somit immer auf die Gestaltung im Einzelfall an. Zudem sollte man darauf achten, dass der Emittent das eingesammelte Geld möglichst transparent verwendet. Immer häufiger werden entsprechende Anleihen zudem von Ratingagenturen bewertet. Das kann für zusätzliche Sicherheit und noch mehr Transparenz sorgen.

Vergleich zu anderen Anlageformen

Grundsätzlich bieten Anleihen, die in Verbindung mit Immobilien stehen, eine attraktive Variante um Geld zu investieren, ohne dafür selbst ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen zu müssen. Eine allgemeine Bewertung ist jedoch nicht möglich. Dazu sind Anleihen, die auf dem Markt erhältlich sind, zu verschieden strukturiert. Zudem werden immer wieder neue Varianten ausgegeben, bei denen man ebenfalls einen genauen Blick in die entsprechenden Bedingungen werfen sollte.

Insgesamt lohnt es sich, einen Blick auf die Geschichte des Emittenten zu werfen. Handelt es sich um ein Unternehmen, das bereits über viel Erfahrung auf dem Markt für Immobilien verfügt? Haben die Verantwortlichen in den letzten Jahren viele Projekte erfolgreich umgesetzt? Solche und ähnliche Punkte sind wichtig, um sich ein gutes Bild zu verschaffen.

Natürlich sind Erfolge in der Vergangenheit noch längst keine Garantie dafür, dass man das investierte Kapital und die versprochenen Zinsen wirklich erhält. Wirtschaftliche Krisen können schließlich selbst solide Unternehmen ganz unvorbereitet treffen. Trotzdem sollte man erfahrenen Projektentwicklern ein wenig Vertrauen entgegenbringen. Diese profitieren schließlich ebenfalls davon, wenn sie Bauvorhaben mit Anleihen statt mit Darlehen von einer Bank finanzieren. Deshalb sind die Renditen nicht unbedingt ein Zeichen für unseriöse Versprechungen. Ganz im Gegenteil, beide Parteien können davon profitieren und Emittenten zahlen für ihre eigenen Vorteile oft recht hohe Renditen.

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