Rund um die Geldanlage

P2P Kredite – Hintergrund und vier wichtige Grundsätze

Zusammenfassung
  • Über das Internet können auch private Anleger heute als Darlehensgeber agieren – Voraussetzung dafür ist die Registrierung bei einer Plattform für P2P Kredite.

Die sogenannten P2P Kredite sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Diese Abkürzung steht für “Peer to Peer” und bedeutet so viel wie “von Privatperson zu Privatperson”. Kurz gesagt handelt es sich dabei also um Darlehen an Verbraucher, bei denen die Kreditsumme von einem privaten Anleger – oder von verschiedenen Anlegern – zur Verfügung gestellt wird. Während es diese Variante als reine Privatkredite praktisch schon immer gegeben hat, kann man heute selbst mit kleinen Summen einsteigen. Das ist über Plattformen möglich, auf denen solche P2P Kredite vermittelt werden.

Diese Art von Plattformen hat sich erst seit einigen Jahren im Internet etabliert. Einige bekannte Beispiele dafür sind etwa Mintos oder Bondora, die beide bereits über viele Tausend Anleger verfügen. Allgemein finanzieren sich die Plattformen über eine kleine Gebühr, die auf den Kreditbetrag aufgeschlagen wird. Deshalb haben die Betreiber ein großes Interesse daran, möglichst viele Anleger und Kreditnehmer anzusprechen.

Sowohl für die Anleger als auch für die Kreditnehmer ergeben sich bei dieser Alternative durchaus Vorteile. Anders als bei einem Darlehen von einer Bank müssen Kreditnehmer keinen umfangreichen bürokratischen Aufwand befürchten. Zudem fallen die Gebühren oft ein wenig geringer als bei “gewöhnlichen” Krediten aus. Zugleich sind Anleger in der Anlage, bei guten Plattformen die Kreditnehmer einzuschätzen. Auf diese Weise können sie ein Portfolio zusammenstellen, das ihrem eigenen Risikoprofil entspricht. Wer eher auf Sicherheit achtet und mit weniger Rendite zufrieden ist, wird also genauso fündig wie Investoren, die möglichst hohe Zinsen einstreichen wollen.

Andere Modelle funktionieren ähnlich

Ganz allgemein hat das Internet dafür gesorgt, dass Anleger bereits mit kleinen Summen bestimmte Investitionen vornehmen können. P2P Kredite sind dafür ein gutes Beispiel. Früher war dieser Markt fast ausschließlich Banken vorbehalten. Heute können mehrere Investoren kleine Beträge aufbringen und auf diese Weise ein größeres Darlehen finanzieren.

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Andere Modelle funktionieren ganz ähnlich. Beim klassischen Crowdfunding werden zum Beispiel mit Hilfe von speziellen Plattformen Geldmittel für bestimmte Projekte gesammelt. Dabei kann es um die Entwicklung von Produkten oder um wohltätige Zwecke gehen.

Zudem gibt es auch das sogenannte Crowdinvesting. (Hier gibt es einen umfangreichen Vergleich von verschiedenen Plattformen.) Dabei kommen viele Anleger zusammen, um Investitionen zu tätigen und dafür eine Rendite zu erzielen. Bei diesen Investitionen kann es, wie zum Beispiel bei Bergfürst, um Immobilien gehen. Es kann sich aber auch – wie etwa bei Companisto – um Beteiligungen an Start-ups oder etablierten Unternehmen handeln.

Vier Grundsätze für P2P Kredite

Bevor man sich für eine Investition in P2P Kredite entscheidet, sollte man natürlich einige Aspekte beachten. Allgemein eignen diese sich durchaus, wenn man sein eigenes Portfolio ein wenig diversifizieren möchte. Somit ist man als Anleger nicht mehr so abhängig von der Entwicklung auf dem Aktienmarkt, zudem reichen oft schon recht kleine Summen für den Einstieg.

Die vier wichtigsten Aspekte, die man bei dieser Form der Geldanlage beachten sollte, sind die folgenden Punkte:

  • Vorsichtig starten: Zunächst einmal sollte man sich mit verschiedenen Plattformen vertraut machen, die P2P Kredite vermitteln. Wie hoch fallen die Renditen aus? Gibt es einen Sekundärmarkt für den vorzeitigen Verkauf? Wie hoch sind die Ausfallquoten? Diese und ähnliche Fragen kann man am besten beantworten, wenn man eine Plattform einige Wochen oder Monate lang mit kleinen Beträgen nutzt.
  • Nicht alles investieren: Diese Regel gilt natürlich auch bei anderen Formen der Kapitalanlage. Trotzdem sollte sie auch hier noch einmal erwähnt werden: Als Anleger sollte man auf keinen Fall das gesamte Ersparte in P2P Kredite stecken. Vielmehr eignen diese sich, um eine weitere Form der Kapitalanlage zu nutzen.
  • Diversifikation: Nicht nur bei der Anlage allgemein, sondern auch bei der Investition in P2P Kredite selbst ist die Diversifikation wichtig. Bei einer Plattform sollte man sein Geld an möglichst viele verschiedene Darlehensnehmer vergeben, die vielleicht sogar in unterschiedlichen Ländern zu Hause sind. Zudem lohnt es sich, mehr als eine Plattform zu verwenden, um sein Kapital zu investieren.
  • Geduld ist wichtig: Selbst mit einer Rendite im zweistelligen Bereich wird man nicht über Nacht reich. Zudem ist eine hohe Rendite immer mit einem gewissen Risiko verbunden. In diesem Fall kann es sein, dass Darlehen nicht zurückgezahlt werden. Deshalb sollte man erst einmal Erfahrungen sammeln und sein Portfolio nach und nach aufbauen.

P2P Kredite für verschiedene Anlegertypen

Aufgrund der Vielfalt an Plattformen ist es mittlerweile möglich, für fast jeden Typen von Anleger die passenden Varianten zu finden. Wer vor allem Wert auf Sicherheit legt, kann Darlehen an Kreditnehmer mit einer hohen Bonität vergeben. Hier ist eine komplette Rückzahlung sehr wahrscheinlich. Allerdings fallen die Zinsen für solche Kredite relativ niedrig aus.

Wer eher auf eine hohe Rendite aus ist, findet ebenfalls die passenden Alternativen. Hier steigt zwar das Risiko, trotzdem kann ist für Anleger mit einem ausreichenden Polster durchaus sinnvoll sein, sich allein auf Darlehen mit einer schwachen Bonität und hohen Zinsen zu konzentrieren. Dabei sind Ausfälle zwar relativ wahrscheinlich. Diese lassen sich bei einer ausreichenden Diversifikation jedoch verschmerzen, sodass am Ende noch immer eine ordentliche Rendite bleibt.

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