Finanztipps

Private Vermögensplanung in Corona-Zeiten – Chancen und Risiken

Zusammenfassung
  • An den allgemeinen Grundsätzen der Vermögensplanung hat sich natürlich auch in Zeiten der Corona-Pandemie nichts geändert.

In jeder Krise steckt natürlich auch eine Chance für die private Vermögensplanung. Das gilt – vielleicht sogar ganz besonders – für die durch das neuartige Coronavirus ausgelöste Pandemie. Diese hat dazu geführt, dass viele Länder ihre Grenzen geschlossen und die Wirtschaft stark eingeschränkt haben. Das wiederum hat sich auf die Aktienmärkte ausgewirkt. Nach den starken Verlusten im März haben diese sich im April zwar wieder erholt, trotzdem gibt es noch immer viel Unsicherheit.

Deshalb passt die Einladung zur Blogparade des ETF-Blogs gut in die aktuelle Zeit. Darin geht es nämlich darum, möglichst viele Artikel über die private Vermögensplanung in Corona-Zeiten zusammenzustellen. Verschiedene Finanzblogger haben dazu ganz unterschiedliche Ansichten. Für langfristig orientierte Anleger lohnt es sich deshalb, die einzelnen Artikel zum Thema aufmerksam zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen.

Dieses Hintergrundwissen kann bei einer Entscheidung zur eigenen Strategie bei der Kapitalanlage nicht schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um eine Geldanlage für die eigenen Kinder, den Aufbau von Vermögen für das Rentenalter oder den Wunsch nach finanzieller Freiheit allgemein geht.

Grundlagen für die private Vermögensplanung

Bei der allgemeinen Basis für die Planung des eigenen Vermögens hat sich natürlich auch in der Corona-Zeit nichts geändert. Jeder Anleger sollte sich zunächst einmal Gedanken über verschiedene Aspekte machen. Dazu zählen vor allem diese Punkte:

  • Um welche Ziele geht es bei der Geldanlage? Eine langfristige Strategie für die Altersvorsorge ist nicht mit dem Ansparen von Eigenkapital für den Kauf eines eigenen Hauses vergleichbar.
  • Wie flexibel soll das Vermögen sein? Wer am Anfang seines Berufslebens steht, macht sich vielleicht schon erste Gedanken über eine eigene Familie. Wenn die Kinder hingegen schon aus dem Haus sind, benötigt man hingegen vielleicht weniger Flexibilität.
  • Risiko oder Sicherheit? Viele Risiken lassen sich über lange Zeiträume relativieren. Trotzdem beeinflusst das gewünschte Risiko die mögliche Rendite. Jeder Anleger hat aber ein ganz eigenes Sicherheitsempfinden.

Wer sich über diese und ähnliche Dinge bereits Gedanken gemacht hat, ist sehr gut vorbereitet. In diesem Fall kann man nämlich genau darauf achten, welche Chancen sich in der aktuellen Corona-Krise ergeben – und wie diese zur eigenen Strategie passen.

Falls man hingegen noch nicht so weit ist, ist das kein Problem. Vor allem bei langfristigen Entscheidungen der Vermögensplanung ist es sehr wichtig, nicht einfach aus dem Bauch heraus am Aktienmarkt zu investieren oder eine kleine Wohnung als Anlageobjekt zu kaufen. Wer sein Geld noch einige Tage länger auf dem Konto lässt, muss sich keine Sorgen um negative Folgen in 20 Jahren machen.

Mehr Risiko steigert mögliche Renditen

Im vorigen Abschnitt wurde bereits das Risiko angesprochen. Allgemein gilt natürlich bei jeder Form der Geldanlage, dass eine höhere Rendite nur mit einem gewissen Risiko möglich ist. Besonders viel Geld kann man zum Beispiel mit einer Beteiligung an einem Unternehmen verdienen. Das kann jedoch auch schlecht laufen. Im schlimmsten Fall ist das Geld komplett verloren, falls die Firma Insolvenz anmelden muss.

Im Gegensatz dazu ist das Ersparte bei der Anlage als Festgeld für einige Jahre sehr sicher. Bis zu einer Summe von 100.000 Euro gilt dafür nämlich die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung. Bei vielen Banken sind sogar noch höhere Beträge geschützt. Dafür liegen die Zinsen für eine solche Anlage aktuell meist unter einem Prozent pro Jahr. Wenn die Inflationsrate höher ausfällt, verliert das Vermögen also nach und nach seinen Wert.

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Zwischen diesen Extremen gibt es eine große Zahl von weiteren Alternativen. Oft lassen sich Risiken durch Diversifikation streuen. Auch das kann man leicht an einem Beispiel erklären. Wenn Anleger zum Beispiel nicht nur eine Aktie, sondern Anteile an einem ETF kaufen, setzen sie auf die Entwicklung in einem Index. Sollte ein Wert aus dem Index starke Verluste erleiden, wirkt sich das nicht unmittelbar auf den Wert der Fondsanteile aus.

Starke Schwankungen lassen sich auf diese Weise also leicht vermeiden. Dadurch wird ein kleiner Nachteil ausgeglichen – die maximale Rendite ist in diesem Fall schließlich nicht so hoch wie beim Kauf einer einzelnen Aktie. Welche Auswirkungen steigende oder fallende Kurse an der Börse auf das eigene Vermögen haben können, hat sich in den turbulenten Wochen im März und April deutlich gezeigt.

Über viele Jahre hinweg dürften sich diese vor allem durch das Coronavirus ausgelösten Ausschläge jedoch sehr wahrscheinlich wieder ausgleichen. Das gilt auch für andere Formen der Geldanlage, zum Beispiel P2P-Kredite über Crowdlending-Plattformen wie Mintos. Hier sollte man in den kommenden Monaten sicher vorsichtig sein. Allgemein bleibt diese Variante jedoch eine interessante Ergänzung für die eigene Geldanlage.

Selber suchen oder suchen lassen?

Wie aktiv man selbst sein möchte, wenn es um die private Vermögensplanung geht, spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Banken bietet zum Beispiel spezielle Beratungen zum Thema an. In Coronazeiten finden diese in der Regel am Telefon oder online statt. Am Grundprinzip ändert sich dadurch aber nichts. In solchen Beratungen werden oft Aktien- oder Rentenfonds empfohlen, für deren Kauf die Berater eine ordentliche Provision kassieren.

Das ist nicht unbedingt schlimm, als Kunde sollte man darüber jedoch Bescheid wissen. Schließlich wird die Provision aus dem Ausgabeaufschlag finanziert, später fallen für das aktive Management solcher Fonds jährliche Gebühren an. Diese werden aus dem Vermögen des Fonds entnommen, als Anleger muss man diese somit nicht direkt zahlen.

Leider ist solch eine Struktur nicht sehr transparent. Viele Anleger machen sich deshalb keine Gedanken darüber, dass sie die Kosten in Form einer relativ geringen Rendite tragen. Je nach angelegter Summe kann das über zehn oder 15 Jahre hinweg schnell einige Tausend Euro ergeben.

Wer stattdessen selber Aktien oder Anleihen kauft, kann die Kosten für das Fondsmanagement sparen. In diesem Fall sollte man sein Wertpapierdepot jedoch stets im Auge behalten, um auf Ausschläge bei den Kursen schnell zu reagieren. Wer sein Geld wenigstens zu einem Teil in Wertpapiere investieren, aber nicht viel Arbeit haben will, sollte sich deshalb lieber auf Exchange Traded Funds verlassen.

Diese speziellen Fonds bilden einen Index nach, sodass die laufenden Kosten sehr gering ausfallen. Zugleich profitieren Anleger dabei von steigenden Kursen an den Märkten. Besonders breit gestreut wird das angelegte Kapital, wenn man in einen ETF investiert, der den MSCI World nachbildet. Alternativ dazu kann man jedoch auch auf bestimmte Länder, Regionen oder Branchen setzen. So lässt sich das eigene Portfolio ganz leicht diversifizieren.

Fazit

An den Grundsätzen für die private Vermögensplanung hat sich auch in Corona-Zeiten nichts geändert. Allerdings sind viele Menschen durch die enormen Schwankungen an der Börse darauf aufmerksam geworden, dass es aktuell vielleicht sogar gute Chancen gibt. Wer bisher noch kein Geld in Wertpapiere investiert hat, sollte sich deshalb jetzt Gedanken darüber machen.

Oft gibt es sogar ein kleines Startkapital. Wenn nämlich der Sommerurlaub aufgrund der Coronakrise leider ausfällt, kann man das gesparte Geld auf diese Weise sinnvoll anlegen. Beim Kauf des nächsten Autos kann man ebenfalls sparen – sowohl beim Darlehen als auch beim Kaufpreis selbst. Vielleicht sorgt die Rendite dann in zwei oder drei Jahren dafür, dass man sich den einen oder anderen lange gehegten Traum erfüllen kann.

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