Finanztipps

Realzins ist in der Praxis wichtig und lässt sich leicht berechnen

Zusammenfassung
  • Der Begriff Realzins beschreibt den Wert, der neben der Rendite auch die durch Inflation oder Deflation veränderte Kaufkraft des Geldes berücksichtigt.

Jeder Anleger sollte schon einmal vom Begriff Realzins gehört haben. Diese Kennzahl beschreibt nämlich den tatsächlichen Erfolg einer Anlage. Ob es sich dabei um sehr sichere Varianten wie Tagesgeld oder Festgeld, um spekulative Anleihen von Unternehmen mit einer schlechten Bonität oder um andere Anlageformen handelt, spielt gar keine Rolle. In jedem Fall geht es nämlich bei einer Kapitalanlage nicht allein um die Höhe der Zinsen, die für einen bestimmten Zeitraum gezahlt werden. Vielmehr muss auch die Veränderung der Kaufkraft berücksichtigt werden, die über diesen Zeitraum verzeichnet wird.

Kurz gesagt heißt das: Für den gleichen Warenkorb, der heute 100 Euro kostet, können in zwei Jahren bereits 105 Euro fällig werden. Dieser Verlust der Kaufkraft wird als Inflation bezeichnet. In seltenen Fällen kann es auch sein, dass es zu einer Deflation kommt. In diesem Fall gewinnt das Geld an Kaufkraft. Für den gleichen Warenkorb müsste man dann nach zwei Jahren vielleicht nur noch 95 Euro ausgeben.

Für viele Formen der Anlage wichtig

Ganz allgemein zeigt der Realzins also die Rendite einer Geldanlage unter Berücksichtigung der Veränderung von Preisen für Produkte und Dienstleistungen. Dies lässt sich natürlich sehr leicht berechnen, wenn man für eine bestimmte Form der Anlage einen festen Zinssatz erhält. Das ist zum Beispiel bei den schon angesprochenen Varianten Tages- oder Festgeld der Fall.

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Zwar gibt es durchaus Unterschiede zwischen einzelnen Banken, daher bieten wir hier auch umfangreiche Vergleiche für Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen an. Insgesamt fallen die Unterschiede jedoch recht gering aus, wenn man derart sichere Varianten mit dem Kauf von hochverzinsten Anleihen vergleicht. Unternehmen oder Länder mit einer sehr schlechten Bonität müssen solche hohen Zinsen zahlen, allerdings kann man bei einem Ausfall auch einen Teil des angelegten Kapitals verlieren. In diesem Fall spielt die mögliche Rendite dann keine Rolle mehr.

Unterschied zwischen Geld- und Sachwerten

Mit Blick auf den Realzins ist vor allem wichtig, dass dieser Wert bei Geldvermögen eine große Rolle spielt. Durch die oben schon angesprochene Inflation verliert das Geld im Laufe der Zeit nämlich an Wert. Das kann sich gerade über längere Zeiträume sehr negativ bemerkbar machen.

Wer sein Geld zu festen Zinsen anlegt, sollte diesen Aspekt daher in jedem Fall bedenken. Bei Sachwerten sieht es hingegen deutlich anders aus. Diese werden von der Inflation im Prinzip nicht beeinflusst. Immobilien, Edelmetalle oder Aktien legen – in absoluten Zahlen – gemeinsam mit der Inflation zu, sie behalten also ihren Wert. Allerdings kann es natürlich auch hier zu Verlusten kommen. Bei Häusern oder Eigentumswohnungen kann sich zum Beispiel die Lage auf dem Immobilienmarkt ändern. Die Kurse von Aktien werden hingegen von der Situation an der Börse beeinflusst.

So wird der Realzins berechnet

Mathematisch ist es eigentlich kein Problem, den Realzins zu errechnen. Dazu wird das angelegte Kapital mit dem Nominalzins auf- und mit der erwarteten Inflationsrate abgezinst. Ein Beispiel macht das deutlich: Der Nominalzins liegt hier bei vier Prozent, die erwartete Inflationsrate bei zwei Prozent.

Die Formel lautet in diesem Fall: (1 + 4 : 100):(1 + 2 : 100) = 1,01961

Der Realzins liegt hier also bei 1,961 Prozent. Somit werden aus 1000 Euro nach einem Jahr in absoluten Zahlen 1040 Euro. Dieses Guthaben ist jedoch aus heutiger Sicht nur 1019,61 Euro wert.

Natürlich gibt es bei dieser Formel noch einen gewissen Haken. Sie setzt nämlich die erwartete Inflationsrate voraus. Dieser Wert ist jedoch nicht vorgegeben, vielmehr handelt es sich um die Erwartung des Anlegers. Dabei kann man zum Beispiel einen Blick auf Werte aus der Vergangenheit werfen, endgültige Sicherheit gibt es jedoch nicht. Exakt lässt sich der Realzins daher erst im Rückblick bestimmen.

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